Pompeji bleibt für Touristen zu


Pompeji, die Ruinenstadt in Italien, bleibt gegenwärtig für Besucher geschlossen. Streik ist der Grund; es ist noch nicht absehbar, wann Pompeji für Touristen wieder zugänglich ist. Ein weiterer Zankapfel ist die Pflege der Ausgrabungsstätte, die bereits seit Jahren vernachlässigt wurde.

Gewerkschaftskampf in Italien

Am 28. Juni 2014 ist es soweit – das Große Theater von Pompeji in der Nähe von Neapel wird wiedereröffnet, nachdem es wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war. Die Restaurationsarbeiten sind nun abgeschlossen. Anlässlich der feierlichen Eröffnung wird die Orestie-Tragödie des griechischen Dichters Aischylos aufgeführt. Die Wiedereröffnung wäre für viele Besucher ein Anlass, Pompeji zu besichtigen. Das ist aufgrund eines Gewerkschaftskampfs gegenwärtig ausgeschlossen. Immer wieder wurden in den letzten Tagen zahlreiche Besucher der antiken Stadt, die sich vor den Toren drängten, im Zuge spontaner Arbeitsniederlegungen abgewiesen. Medienberichten zufolge forderte Dario Franceschini, Kulturminister von Italien, dass es keinen Streik mehr gegen die Touristen geben sollte. Als öffentliche Kulturstätten sollten Museen und historische Orte in Italien für Besucher weiterhin geöffnet bleiben. Die Regierung sieht vor, im Notfall Bedienstete zu zwingen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, damit Besucher nicht auf alles verzichten müssen.

Pflege jahrelang vernachlässigt

Nicht zu vergessen ist, dass die antike Anlage mehr und mehr verfällt, nachdem die Pflege über viele Jahre vernachlässigt wurde. Im Jahre 2010 empfahl der italienische Kulturminister Sandro Bondi, den Ausnahmezustand über die Ausgrabungsstätte zu verhängen, was daraufhin vom Ministerrat in Rom veranlasst wurde. Es hieß damals, dass die Anlage vor dem Verfall gerettet werden sollte. Dieser Verfall ist die Folge eines jahrelangen sorglosen Umgangs mit der Grabungsstätte. In einer damaligen Erklärung wurde auf die mangelnde Überwachung, die Schließung des einzigen dort befindlichen Restaurants sowie auf fehlende Gehwege und Kanalisationsanlagen hingewiesen. Die Schließung der Anlage vor vier Jahren war notwendig geworden, da bereits ganze Häuser der antiken Stadt, die vor 2000 Jahren verschüttet wurde, eingestürzt waren. Nach heftigen Regenfällen im Jahre 2011 waren erneut Steine aus einer antiken Mauer gebrochen. Die mangelnde Kulturpolitik von Silvio Berlusconi wurde von Kritikern für diesen Verfall verantwortlich gemacht.

Pompeji – ein Touristenmagnet

Die 66 Hektar große Anlage zieht Jahr für Jahr 2,5 Millionen Historiker, Archäologen und Touristen an und ist gemäß der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ die meistbesuchte archäologische Ausgrabungsstätte der Welt. Im Jahre 79 nach Christus wurden bei einem Ausbruch des Vesuvs Pompeji und Herculaneum verschüttet. Unter einer Ascheschicht sind sie über Jahrhunderte erhalten geblieben. Für die Sicherung dieser Ausgrabungsstätten als Unesco-Weltkulturerbe sagten die EU und Italien 105 Millionen Euro zu.