Das Große Theater von Pompeji


Ein wichtiger Bestandteil der antiken Stadt Pompeji, die bei einem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus verschüttet wurde, ist das Große Theater. Es ist auch heute noch ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. War es einige Zeit im Zuge von Restaurierungsarbeiten geschlossen, so ist es jetzt, nach dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten, wiedereröffnet worden.

Ein Theater nach griechischen Vorbildern

Das Große Theater von Pompeji wurde in der Nähe eines Heiligtums nach griechischem Vorbild errichtet. Nicht nur die Architektur des Theaters, sondern auch die Aufführungen orientierten sich stark an griechischen Vorbildern. Das Theater wurde an einem Berghang gebaut, das natürliche Gefälle wurde ausgenutzt, so wurden keine befestigenden Unterbauten benötigt. Das Große Theater wurde seit seiner Errichtung mehrmals um- und ausgebaut, doch behielt es während der gesamten Zeit seine griechische Note. Charakteristisch ist der hufeisenförmige Tanzplatz, der als Orchestra bezeichnet wird. Unter Kaiser Augustus erfolgte der erste Renovierungsschub, der durch Inschriften belegt wird. Ein überdachter Gang, Logen und Sitzreihen wurden aus eigenen Mitteln von Marcus Holconius Rufus und Marcus Holconius Celer errichtet, die beiden Persönlichkeiten erhielten eine Ehrenstatue. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus wurde die Anlage in mindestens drei Bauphasen errichtet. Nach einem Erdbeben im Jahre 62 nach Christus wurde die nach einem Erdbeben beschädigte Bühne erneuert.

Wichtige Bestandteile des Großen Theaters

Mittelpunkt des Theaters ist die Orchestra, die über zwei überdachte Zugänge, Parodoi genannt, betreten wurde. Diese Zugänge lagen an den Rändern des Zuschauerraums Cavea. Zu einem Hof, der hinter der Bühne lag, bestanden Verbindungen. Durch drei Ringgänge wurde der Zuschauerraum in zahlreiche Abschnitte unterteilt. Im Jahre 62 vor Christus wurde der äußere Ring fast vollständig zerstört. Zur Zeit von Kaiser Augustus wurden Logenplätze errichtet, die einen eigenen Zugang über eine gedeckte Treppe hatten. Die Schauspieler konnten die Bühne über zwei kleine Treppen erreichen. Eine zweigeschossige Bühnenfassade bildete den Abschluss. Neben dem Großen Theater befand sich noch ein kleineres, das Odeion. Es war mit dem Großen Theater durch den Quadriportikus miteinander verbunden. Beide Theater bildeten eine kulturelle Einheit. Das Odeion diente musikalischen Aufführungen und war überdacht. Der Quadriportikus, der beide Gebäude miteinander verband, sollte den Besuchern während der Pausen die Gelegenheit zur Bewegung bieten. Später diente der Quadriportikus als Gladiatorenkaserne. Der Quadriportikus bestand aus Vesuvlava, daher wird die Bauzeit auf die ersten Jahrzehnte des 1. Jahrhunderts vor Christus beziffert.